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Das Traumainstitut Salzburg bietet ein vielfältiges Angebot an Aus- und Weiterbildungen sowie Veranstaltungen rund um das Thema Trauma für verschiedene Zielgruppen an.

  • Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte: Diese Programme richten sich an Professionist*innen, die mit potenziell von Traumafolgen betroffenen Menschen arbeiten. Die Anwendung der erlernten Inhalte erfolgt eigenverantwortlich im Rahmen dessen, wozu die individuell erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung befähigt und berechtigt.
  • Fort- und Weiterbildungen für offene Gruppen: In diesen Kursen können Teilnehmende Fachwissen der Psychotraumatologie, präventive Methoden zur Stressregulation sowie den Umgang mit traumabedingtem Verhalten erwerben. Dieses Wissen kann zum Verstehen, zur Selbsterfahrung und zur Selbstanwendung genutzt werden.

Die spezifischen Zielgruppen, sowie Zertifizierungsmodalitäten und Anerkennungen werden in den Ausschreibungen der einzelnen Angebote angegeben.

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Strukturelle Dissoziation im Enaktiven Ansatz nach Nijenhuis

Strukturelle Dissoziation im Enaktiven Ansatz nach Nijenhuis

Therapie mit mehr als einem „Ich“

Diagnostik und Behandlung struktureller Dissoziation im Enaktiven Ansatz nach Ellert Nijenhuis

Was ist ein Ich?
Wie kommt es zustande und welche Stabilität hat es?
Und was, wenn ein Mensch über „mehrere Ichs“ verfügt?

Das Erleben von Ich oder Selbst bei Menschen, denen unerträgliches widerfährt, kann unter bestimmten Bedingungen nicht mehr zusammenhängend, nicht mehr integriert sein. Derselbe Mensch oder dieselbe Person beinhaltet dann mehr als einmal das Erleben von „Das bin ich“.
Bildhaft gesprochen ist es so als lebten mehrere Personen im selben Körper. Die Person erlebt sich als „aufgeteilt

Dieses Phänomen, das in der Dissoziativen Identitätsstörung seine stärkste Ausprägung zeigt, im Kern etwas qualitativ anderes ist als Ego-States oder Modi und dessen Existenz mittlerweile empirisch bestätigt werden konnte, kann als kreative, dem Überleben dienende Handlung aufgefasst werden. In Übereinstimmung mit Pierre Janet, der diesen Begriff geprägt hat, wird in dem Seminar genau das als Dissoziation verstanden: Die Unterteilung eines Systems in Subsysteme oder eben phänomenologisch das Erleben, dass mehrere Personen im selben Körper leben.

Die Therapie dissoziativer Störungen stellt Psychotherapeut*innen vor große fachliche und persönliche Herausforderungen. Wie kann man eine gute Beziehung zu einem Menschen aufbauen, der „mehrere“ oder „viele“ ist, wie manche Betroffene das nennen? Ist es dann überhaupt noch eine Beziehung oder sind es mehrere? Wie kann man therapeutisch allen Anteilen, wie die sich ihrer selbst bewussten Subsysteme meist genannt werden, gerecht werden? Muss man das überhaupt? Und wie kann man der Person helfen, irgendwann ein symptomfreies und auch sonst viel freieres Leben zu führen?

Grundlage allen Handelns ist ein erkenntnistheoretisches und ontologisches Modell, das im Wesentlichen auf Francisco Varela, Evan Thompson und Eleanor Rosch zurückgeht, von Ellert Nijenhuis um den psychotherapeutischen Aspekt erweitert wurde und auf der Annahme basiert, dass jedes lebende Wesen seine Realität in Verbindung mit der Umwelt selber hervorbringt. Darauf aufbauend kann definiert werden, was eine dissoziative Störung ist, welche dissoziativen Störungen unterschieden werden können und was dissoziative Anteile bzw. „Agenzien“ sind. Weiterhin ergeben sich hierüber therapeutische Implikationen für die Diagnostik der verschiedenen dissoziativen Störungen, den Aufbau einer tragfähigen Beziehung zum gesamten System mit allen Agenzien und die Möglichkeiten, dem gesamten System zu helfen, Symptome zu reduzieren oder ganz zu überwinden. Hierbei geht es darum, wie Patient*innen als Ganzes und die jeweiligen Anteile ihr Handlungsvermögen erhöhen können, wie Anteile ihre Phobien und Abneigungen voreinander ablegen und mehr miteinander kommunizieren und kooperieren können. Und letztlich geht es um die Integration der unerträglichen Erlebnisse (Traumatisierungen), welche als ursächlich für das Aufteilen des Systems angesehen werden können.

Die Hintergründe, therapeutischen Implikationen und das konkrete praktische Vorgehen nach der Enaktiven Traumatherapie zu lernen, ist sicherlich keine Sache von zwei Tagen. Aber wer neugierig ist, einen ersten Einblick in diesen Ansatz zu erhalten, ist herzlich eingeladen, an diesem Einführungskurs teilzunehmen.

Inhalt:

  • Kernelemente der Enaktiven Therapie
  • Definition von Dissoziation / dissoziativ
  • Überblick über dissoziative Störungen und Symptome
  • (Differential-)diagnostische Methoden  
  • Prototypische Aufteilung in vers. Anteile

Aufbau:

Aufbauend auf einer Einführung in die grundlegenden Ideen der Enaktiven Traumatherapie, werden wir den Begriff „Dissoziation“ präziser definieren: Dissoziation wird in Forschung und klinischer Praxis als Homonym verwendet: der Begriff steht für die unterschiedlichsten Phänomene, was schwerwiegende Konsequenzen für Forschung und klinische Praxis mit sich bringt. Eine klare Definition von dem, was wir als dissoziativ beschreiben, ist grundlegend für eine danach folgende Einordnung verschiedener dissoziativer Störungen. Vor diesem Hintergrund werden wir uns dissoziative Symptome anschauen, (differential-)diagnostische Methoden betrachten und prototypische Anteile bei Menschen mit dissoziativen Störungen kennenlernen. Wir werden anhand eines phasenorientierten Vorgehens Heuristiken für die Therapie erarbeiten, die uns helfen sollen, mit den teils sehr komplexen Situationen in der Arbeit mit dissoziativen Patient*innen besser umgehen zu können. 

All das werden wir mit stetigem Praxisbezug erarbeiten: Neben Vortragselementen werden wir immer wieder anhand von Fallbeispielen und Rollenspielen arbeiten.  

Sina Hulten

Sina Hulten arbeitet als Psychotherapeutin für Erwachsene, Kinder und Jugendliche in eigener Praxis in Dortmund, Deutschland.
Sie hat Weiterbildungen in Hypnotherapie, Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) und Schematherapie u.a. absolviert.
Als Associate der E-Academy von Ellert Nijenhuis lehrt und supervidiert sie im Bereich der Enaktiven Traumatherapie und arbeitet schwerpunktmäßig mit Menschen mit dissoziativen Störungen.

Homepage: https://www.psychotherapie-hulten.com

Zielgruppe

Psychotherapeut*Innen, Klinische- und Gesundheitspsycholog*Innen, Ärzt*Innen, Lebens- und Sozialberater nach Rücksprache.

Berechtigung:

Der Workshop berechtigt zur Anwendung der erlernten Inhalte und Methoden im Rahmen der erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung sowie der damit verbundenen Berufsberechtigung. Bitte beachten Sie den Diagnose- und Behandlungsvorbehalt der gesetzlich geregelten Gesundheitsberufe, der festlegt, wer befugt ist, Krankheiten oder krankheitswertige Störungen zu untersuchen, festzustellen und zu behandeln.

Für Teilnehmer*Innen außerhalb dieser Berufsgruppen dient der Workshop zur Selbsterfahrung und Selbsterforschung.

Anerkennung

um Anerkennung durch die Berufsverbände wird angesucht.

Dauer
 2 Tage

Termine
Fr. 22.10.2027: 10.00 – 18.00 Uhr
Sa. 23.10.2027: 9.00 – 17.00 Uhr

22. Oktober 2027 | 10:00 18:00

Kosten

€  420 ink. Mwst

Ort: Seminarzentrum BioArt Campus Seeham 

Für Unterkunft und Verpflegung ist selbst zu sorgen. Viele Unterkünfte finden Sie unter: Unterkünfte (salzburger-seenland.at)

Anmeldung

2027: Strukturelle Dissoziation nach Ellert Niejenhuis